Vorgeschichte und Angebot

Eigentlich müsste die reformierte Kirche in der Lage sein, Menschen, die sich für die Grundlagen des christlichen Glaubens interessieren, im Rahmen ihrer Erwachsenenbildung ein brauchbares Angebot zu machen.
Dies sagten sich einige Mitglieder der reformierten Landeskirche Oberdiessbach. In Absprache mit dem Kirchgemeinderat bildeten sie eine Projektgruppe und prüften vorerst bestehende Angebote aus dem deutschsprachigen Raum, darunter «Glaube 12» (Zürcher reformierte Landeskirche), einen katholischen Glaubenskurs aus Österreich und den Alphalive-Kurs. Da diese Angebote für sich genommen nur teilweise überzeugen konnten, stellte die Gruppe in einem anderthalbjährigen Prozess einen neuen Glaubenskurs zusammen, angepasst an reformierte landeskirchliche Verhältnisse. Das Ergebnis ist «CREDO – Der Oberdiessbacher Glaubenskurs».
Er wurde je einmal in einer grösseren und in der schlanken Form (siehe unten) durchgeführt und aufgrund der Erfahrungen überarbeitet. Es ist denkbar, dass der Kurs auch für andere Kirchgemeinden hilfreich sein kann – als Modell, das auf die lokalen Verhältnisse angepasst werden kann und soll.

Wir geben Ihnen unsere Erfahrungen im Folgenden in schriftlicher Form weiter und sind auch bereit, Sie vor Ort zu unterstützen: in einer Startveranstaltung mit interessierten Mitgliedern Ihrer Kirchgemeinde und/oder dem Kirchgemeinderat, bei der Planung und – so weit nötig – auch bei der Umsetzung.

 

Richten Sie Ihre Anfrage bitte an: info@STOP-SPAM.insist.ch

 

Die Grundidee

Der CREDO Kurs bringt grundlegende Bausteine des Glaubens ins Gespräch und verbindet sie mit Übungen zur Praxis des Glaubens. Akteure sind theologisch, seelsorgerlich und erwachsenenbildnerisch kompetente Mitglieder der Gemeinde (Pfarrpersonen und Laien), die diese Inhalte in der Auseinandersetzung mit den Teilnehmenden erarbeiten, vertiefen und im praktischen Leben testen. Der Kurs inspiriert damit nicht nur die Teilnehmenden, sondern fördert auch die freiwilligen Mitarbeitenden der Gemeinde in ihren Begabungen. Im Verlaufe des Kurses sollen sich die Teilnehmenden einerseits immer mehr Wissen über Grundlagen des christlichen Glaubens aneignen können, andererseits aber auch erfahren, wie sie christliche Spiritualität im Alltag leben und einen Zugang zum kirchlichen Leben finden können.

 

Zielgruppe

Der Kurs spricht drei Zielgruppen an.

1) Interessierte aus dem Bereich der Kasualien

  • Taufeltern, die wissen wollen, was sie selber glauben, bevor sie den Glauben an ihr Kind vermitteln
  • Eltern von Sonntagsschulkindern, Jungschärlern und KUW-Kindern (aus dem Religionsunterricht oder der kirchlichen Unterweisung), die sich parallel zu ihren Kindern in ihrem persönlichen Glauben vertiefen wollen
  • ehemalige Konfirmanden, die den Glauben als Erwachsene näher kennenlernen wollen
  • Traupaare, die wissen wollen, wem sie ihre Ehe anvertrauen
  • Trauerfamilien, die angesichts der Umbrüche im Leben ihren Glauben vertiefen möchten.


2) Kirchliche Mitarbeitende aller Stufen und regelmässige Predigtbesucher

  • ... die sich einmal systematisch mit dem Glauben beschäftigen wollen.


3) Spirituell Interessierte und Skeptiker

  • ... die wissen und erfahren wollen, was Christen glauben und leben.


Es empfiehlt sich, den Kurs mit der Zeit im Erwachsenenbildungsprogramm der Kirchgemeinde zu etablieren und regelmässig anzubieten. So kann auch von andern, weiter gefassten Erwachsenenbildungsangeboten her auf den Kurs verwiesen werden.

Mitarbeitende

Als grösserer Kurs hat der CREDO Kurs eine doppelte Wirkung: Er inspiriert nicht nur die Teilnehmenden sondern fördert auch die freiwilligen Mitarbeitenden in ihren Begabungen. Der Personal- und Schulungsaufwand ist entsprechend grösser.
Sobald auf erfahrene Mitarbeitende zurückgegriffen werden kann,  wird auch eine schlankere Form des CREDO Kurses möglich. Sie hat den Vorteil, dass der Kurs als ständiges oder zumindest regelmässiges Angebot in die Erwachsenenbildung aufgenommen werden kann.

Grosser Kurs

Kapazität

ab 5 Gesprächskreise aufwärts
= ab 30 Teilnehmende
= ab 10 Gesprächsleiter

Leitungsteam (Leitung/Co-Leitung und teilweise Ressortleiter)

  • sichert die Unterstützung durch den Kirchgemeinderat
  • kontrolliert die Finanzen
  • verantwortet die Checkliste für das Projekt, den Abend und das Wochenende
  • formuliert die Werbebotschaften
  • sichert den Kontakt zu den Ressortleitern
  • schult die Mitarbeitenden (Gesamtschulung, Gesprächsleitung, u.a. nach Bedarf)
  • sichert die Kommunikation mit den Mitarbeitenden und dem Gebetsnetz
  • organisiert den Frageabend und die Bundesfeier
  • lädt die Mitarbeitenden zu einem Schlussessen ein


Ressorts (am Beispiel des grösseren Kurses)
1) Küche (ungefähre Gesamtzahl)

  • Gesamtleitung: 1-2 Personen planen den Einkauf und die Menus
  • pro Abend/Abende: 3-4 Leute (einkaufen, kochen, servieren, abwaschen)


2) Logistik (2-4 Personen) und Dekoration (2-4 Personen)

  • Tische/Stühle und technische Mittel bereitstellen und wieder abbauen
  • Dekoration: dekoriert die Tische und den Raum dem Thema entsprechend


3) Moderation (2 Personen)

  • 2 Personen, die sich pro Abend abwechseln, führen zeitgerecht durch den Abend bzw. das Wochenende und gestalten die Überleitungen.


4) Musikgruppe (3-5 Personen)

  • wählt gut singbare Lieder aus (Mischung aus Kirchgesangbuch und neueren Liedern; zum Thema passend, mit nachvollziehbaren Inhalten)
  • liefert gut kopierbare Vorlagen
  • singt zu Beginn vor und bezieht die Teilnehmenden immer mehr ein
  • wenige Lieder, wiederholen (Ziel: ein gutes Repertoire bis zum Wochenende)


5) Gesprächsleitung, Co-Leitung (pro Tisch 2 Personen)

  • zu Beginn leitet v.a. die erfahrenere Person
  • die Co-Leitung hört gut zu, gibt der Leitung interne Hinweise und unterstützt sie
  • mit der Zeit kann die Leitung zwischen den beiden Personen abendweise wechseln


6) Gebetsnetz (3-5 Personen pro Abend/zu Hause: beliebig viele)

  • einige Personen begleiten das Projekt schon im Vorfeld im Gebet
  • während des Kurses beten einige parallel zum Abend, vielleicht sogar vor Ort
  • weitere beten zu Hause unter der Woche
  • die Mitglieder des Gebetsnetzes werden regelmässig über Anliegen informiert


7) Bücher- und Medientisch (1-2 Personen)

  • kaufen die Bücher/Medien des Abends ein
  • ergänzen das Angebot mit grundlegendem Material
  • betreuen den Büchertisch (aufstellen, verkaufen, rückbauen)


8) Coaching/Seelsorge (3-5 Personen)

  • sorgen für ein Coaching/Seelsorge-Angebot während des Kurses
  • bereiten das Coaching-Angebot am Wochenende vor und bieten es an


9) Kinderhüte (1 Koordinationsperson und Helfer/Helferinnen je nach Bedarf)

  • übernehmen die Kinder nach Absprache mit den Eltern während des Abends
  • und evtl. am Wochenende


10) Werbung (2-3 Personen)
texten und gestalten die Werbemittel:

  • Infotexte an Medien (Kirchenzettel)
  • Einladungsbriefe an Zielgruppen
  • Einladung zum Infoabend
  • Plakate mit Countdown der Anmeldung
  • Kursprogramm (Flyer)
  • Prospekt Wochenende
  • veranlassen Druck und Versand/Verteilen


11) Administration und Finanzen (3-5 Personen)

  • schreiben Protokoll der Teamsitzungen
  • nehmen Anmeldungen entgegen
  • kaufen Kursordner ein
  • formatieren, kopieren, lochen die Blätter des Kursordners und bereiten sie zur Verteilung vor
  • stellen Fragebox und Gebetsbox bereit und leiten Fragen weiter
  • ziehen Teilnehmerbeitrag ein
  • organisieren Wochenende
  • erstellen Budget, zahlen Rechnungen und machen die Gesamtabrechnung
  • stellen die Umfrage bei den Teilnehmenden und Mitarbeitenden zusammen und werten sie aus


12) Inhalte (2-5 Personen)
Ressort:

  • stellt Pool aus Referentinnen und Referenten und der Gottesdienstleitung zusammen
  • koordiniert die 10 Inputs (jeweils mit einem kreativen Einstieg und Verarbeitungsfragen)
  • redigiert die Handouts der Referate

Referentinnen und Referenten:

  • halten das Referat
  • wählen das vertiefende Buch/die Bücher (die Medien) des Abends vor
  • bereiten ein Handout ihres Inputs vor
  • stehen zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung (inkl. Frageabend)

Gottesdienstleitung:

  • leitet die gottesdienstlichen Teile am Wochenende und an der Bundesfeier


Schlanker Kurs
Vom Auftrag des Kirche her macht es Sinn, den Kurs als ständiges oder zumindest regelmässiges Angebot ins Programm der Erwachsenenbildung aufzunehmen. Dies ist vermutlich nur in einer schlankeren Version, d.h. mit weniger Mitarbeitenden möglich. Da sie alle Aufgaben untereinander aufteilen, ist die Belastung aber recht hoch. Es empfiehlt sich deshalb, dass das Leitungsteam (= Gesprächsleitung) während des Kurses alle Aufgaben ausserhalb des Kurses auf ein Minimum reduziert.

 

Kapazität
2-4 Gesprächsgruppen
= 12-24 Teilnehmende
= 4 bis 8 Gesprächsleiter
+ 2 Personen für die Küche

Vereinfachungen
In dieser Form werden die Ressorts zusammengefasst, die Referenten sind zugleich Gesprächsleiter, einzelne davon wirken beim Musikteil mit usw.; die Dekoration kann auf ein Minimum reduziert und die Moderation auf alle Mitarbeiter verteilt werden. Wichtig ist eine kompetente kleine Küchenmannschaft, die idealerweise die ganze Küche übernimmt. Dafür können die Mitarbeitenden z.B. den Abwasch des Dessertgeschirrs übernehmen, damit die Küchenmannschaft früher nach Hause gehen kann. Ebenfalls unverzichtbar ist das Angebot einer Kinderhüte.

Inhaltlicher Aufbau

Der Kurs umfasst nach einem vorgängigen Infoabend insgesamt sieben Abende, zwei fakultative Zusatzabende und ein Wochenende. Hier in Stichworten der inhaltlich-theologische Aufbau des Kurses.

1) Warum es Sinn macht zu glauben
Motive und Anstösse zum Glauben. Was heisst für mich «glauben»?

2) Warum eigentlich Jesus Christus?
Die Welt wie sie ist und wie sie sein sollte. Gott ist schon ok – aber wozu brauchen wir Jesus Christus? Was heisst «Sünde», «Rechtfertigung» und «Umkehr»? Die Bedeutung von «Karfreitag und Ostern».

3) Wie werde ich, was ich bin?
Mein Potenzial und meine Schwächen – und was Gott damit anfangen kann. Christsein als Lern- und Lebensprozess.

4) Das Buch des Lebens
Vorgestellt: die Bibel. Wer hat die Bibel geschrieben – Gott oder Menschen? Bibelübersetzungen. Die Bibel verstehen, lesen und lieben lernen.

Wochenende: Glauben praktisch
Gebet: Warum und wie soll ich beten? Wie kann ich Gott hören?
Wer ist und was tut der Heilige Geist? Vom Heiligen Geist erfüllt leben.
Heilung erleben und mit dem «Bösen» richtig umgehen.

5) Was kommt, wenn alles aus ist?
Was kommt nach dem Tod? Wie kann ich mich auf den Tod vorbereiten? Was bedeutet das ewige Leben für mein Leben heute?

Special I: Frageabend

6) Als Christ die Gesellschaft gestalten
Christliche Werte und Ethik. Wie Christen ihr Umfeld positiv gestalten können. Christsein – eine ansteckende Gesundheit.

7) Dran bleiben
Die Kirche als heilsame und heilende Gemeinschaft. Gottes Ja zu mir: Taufe und Abendmahl. Vorbereitung der Bundesfeier. Nächste Schritte.

Special II: Bundesfeier
Schlussfeier am Taufstein mit Möglichkeit zu einem Bekenntnis bzw. zur Taufbestätigung und einem Abschlussapéro.

 

Beispiele für die Werbung

 

Einüben von Lernschritten

Es ist typisch für den CREDO Kurs, dass er nicht nur Wissen über den Glauben vermittelt, sondern auch zum Ausprobieren und damit zu praktischen Erfahrungen einlädt. Diese Erfahrungen werden im Verlauf des Kurses immer wieder aufgegriffen, sodass aus guten und weniger guten Erfahrungen positive Lerneffekte erzielt werden können.
Im Folgenden eine Zusammenstellung von einigen typischen Lernschritten, die mit dem CREDO Kurs verbunden sind.

1) Den Alltag mit andern teilen
Die Teilnehmenden können sich bei einem einfachen, aber guten Abendessen und einem Dessert verwöhnen lassen und mit andern zusammen den Alltag teilen.

2) Den Tag mit Gott beginnen und/oder abschliessen
Die Teilnehmenden verpflichten sich, während des Kurses werktags mindestens 15 Minuten täglich für Tagesimpulse zu investieren. Die Tagesimpulse werden am 1. Abend eingeführt und an jedem folgenden Abenden sorgfältig begleitet. Sie sind so gestaltet, dass sie auch von Menschen mit wenigen Glaubenserfahrungen gewinnbringend durchgeführt werden können. Die Teilnehmenden lernen, vor Gott still zu werden, in einfachen Formen oder frei zu beten und die Bibel zu lesen.

3) Über den Glauben und religiöse Themen reden
An jedem Abend finden zwei Gesprächsrunden statt: Bei der ersten geht es um das Einüben und die Verarbeitung der Tagesimpulse, bei der zweiten um Gespräche rund um den inhaltlichen Input.

4) Singen
Jeden Abend gibt es bewusst einen musikalischen Teil. Hier werden alte und neue Lieder aus dem Schatz des kirchlichen Liedgutes eingeübt – oder man kann einfach auch zuhören.

5) Sich mit dem Glauben auseinandersetzen
An jedem Abend und drei Mal am Wochenende setzen sich die Teilnehmenden anhand von kurzen Referaten mit grundlegenden Themen des Glaubens auseinander. Sie lernen dabei die Faszination, Begründungen, Spannungsfelder und die Praxis des Glaubens näher kennen.

6) Fragen stellen
In den Gesprächsrunden, nach den Referaten, mittels einer anonymen Fragebox und an einem fakultativen Frageabend kommen spezifische Fragen der Teilnehmenden zur Sprache. Die Teilnehmenden erfahren so, dass der Glaube hinterfragt werden darf und soll, in Vielem aber auch begründet werden kann.

7) Sich helfen lassen
Während des Kurses und am Wochenende wird ein Einzelcoaching bzw. Seelsorge angeboten. Die Teilnehmenden können sich so in Glaubensfragen beraten und unterstützen lassen.

8) Vor Gott still werden
Am Wochenende werden längere Stille Zeiten angeleitet. Sie zeigen, dass es möglich ist, Gott in der Stille und in der Natur zu begegnen.

9) Gottesdienst feiern
Das Wochenende schliesst mit einem interaktiven Gottesdienst in freier Form. Die Teilnehmenden können sich dabei mit ihren Erfahrungen und Erkenntnissen einbringen – oder auch einfach dabei sein.

10) Sich segnen und für sich beten lassen
Im Zusammenhang mit der Gebetsbox lernen die Teilnehmenden die Möglichkeit kennen, für sich beten zu lassen.
Am Schluss des Gottesdienstes am Wochenende können die Teilnehmenden die Erfahrung machen, dass sie für einen Glaubensschritt gesegnet oder durch Fürbitte unterstützt werden.

11) Bundesfeier
Im Rahmen eines fakultativen Zusatzabends mit einem mehr liturgischen Gottesdienst und einer Abendmahlsfeier (Bund) können sich die Teilnehmenden in freier Form oder mit Anleitung ihren Glauben formulieren oder einfach mit andern zusammen den Abschluss des Kurses feiern.

12) Gemeinschaft
Im Verlaufe des Kurses, am Wochenende und in der Bundesfeier erleben die Teilnehmenden etwas von der Faszination der christlichen Gemeinschaft.

Infoabend

An einem Infoabend wird der Kurs in einem gemütlichen Rahmen näher vorgestellt. Die möglichen Teilnehmenden sitzen an Tischen und nehmen damit ein Stück weit die Gesprächskreis-Situation vorweg. Falls der Kurs schon mal durchgeführt worden ist, erzählen «Ehemalige», was ihnen der Kurs gebracht hat.
Nach diesem Abend sollte es möglich sein, sich sofort anzumelden.

 

Ablauf eines Abends

Die Moderation führt zügig durch den Abend; kleinere Abweichungen liegen drin und können durch die Moderation aufgefangen werden, ohne dass die Teilnehmenden etwas davon merken. Ziel ist ein pünktlicher Schluss, damit die Teilnehmenden (und z.B. die Kinderhüte) sich darauf verlassen können.

 

Einkaufen und Kochen (Küche)
Einrichten (Tische/Stühle/Infrastruktur/Dekoration) (Logistik und Dekoration)
18.15    Mitarbeitertreffen: Info und Gebet
18.30    bereit für Gäste
18.45    Beginn (Präsentation des Essens und des Küchenteams)
            Service an Tische oder Fassstrasse
19.15    Abräumen (durch Gesprächsleitung an den Tischen)
            Abwaschen (Küche)
19.20    Einstieg/Hinweise
19.25    Buch/Bücher des Abends (Referent)
19.30    Musikalischer Einstieg
19.45    1. Gesprächsrunde (Tagesimpulse)
            (am Schluss: Manuskript des Referats verteilen)
20.00    Referat mit kreativem Einstieg und Gesprächsimpulsen
20.35    Kaffee/Tee/Dessert (Service oder Fassstrasse)
20.45    2. Gesprächsrunde
21.15    Rückfragen an das Referat
21.25    Mitteilungen
21.30    Schluss (Teilnehmende entlassen)
            Rückbau und Abwaschen Dessertgeschirr

 

Kursordner

Im Verlaufe jeder Kurseinheit werden Unterlagen abgegeben, die laufend in einen Kursordner (z.B. A 5-Grösse) eingefügt werden. Am einfachsten wird das aktuelle Material in einem Couvert vorbereitet und dann vor dem Referat den Teilnehmenden zum Einordnen ausgehändigt.

Folgende Inhalte können nach und nach eingefügt werden:

  • Kursübersicht
  • Ablauf eines Abends
  • Tagesimpulse mit Notizpapier
  • Liedblätter
  • Handouts der Referate mit Gesprächsimpulsen und Bücherhinweisen und Notizpapier
  • Bonusmaterial
  • Infos zum Wochenende
  • Sichttasche für Kleinmaterial

 

Tagesimpulse

Der Tag hat 96 Viertelstunden, eine Viertelstunde davon reservieren die Teilnehmenden, um zu lernen, vor Gott stille zu werden, einige wenige Verse in der Bibel zu lesen und zu bedenken sowie erste Versuche im Beten zu wagen. Vorgängige Glaubenserfahrungen werden dabei nicht vorausgesetzt, wohl aber der Mut, sich auf das Experiment einzulassen.

Die Tagesimpulse werden am 1. Abend eingeführt und an den folgenden Abenden bzw. am Wochenende laufend besprochen. In den ersten zwei Wochen können eigene Tagesimpulse einen sanften Einstieg erleichtern. Am 3. Abend kann dann der nächste Schritt – das Lesen der Bibel mit einer Bibellesehilfe des Bibellesebundes erstmals eingeübt und dann weitergeführt werden. Am Abend zum Thema «Bibel» können neben verschiedenen Bibelübersetzungen und Bibeln mit Kommentaren auch Bibellesehilfen für die Zeit nach dem Kurs vorgestellt werden.

Als Gedankenanregung stellen wir Ihnen Tagesimpulse für die ersten zwei Wochen zur Verfügung. Anschliessend empfehlen wir, mit dem Material des Bibellesebundes weiterzufahren.

 

Tagesimpulse und Material Bibellesebund

 

Musikalischer Einstieg

In der Kirche wird viel gesungen. Singen ist aber heute nicht mehr selbstverständlich. Darum wird es im CREDO Kurs bewusst eingeübt. Anfangs kann die Musikgruppe einfach vorsingen und am ersten Abend die Teilnehmenden vielleicht bei einem ersten einfachen Lied (z.B. Taizé-Lieder aus dem Kirchgesangbuch) einbeziehen. Mit der Zeit eignen sich die Teilnehmenden ein Repertoire von vielleicht 10-12 Liedern an, die immer wieder gesungen werden.

Bei der Liedauswahl ist darauf zu achten, dass die Lieder leicht singbar sind; es darf durchaus eine Mischung sein aus älteren (Kirchgesangbuch) und neueren Liedern. Eines der neuen Lieder, das an einem Abend eingeführt wird, sollte sich am Thema des Abends orientieren. Die Aussagen der Liedtexte sollten von den Teilnehmenden nachvollzogen werden können, auch wenn sie sich selber (noch) nicht dahinter stellen können. Darum ist es auch wichtig, bewusst freizustellen, ob man mitsingt oder einfach mal zuhört.

Buch des Abends

Passend zum Thema gibt der Referent bzw. die Referentin ein bis drei Buchempfehlungen ab; weitere Bücher und Medien können auf dem Büchertisch aufgelegt werden. Natürlich können und sollen auch neue Medien wie Apps, DVDs oder gute Webseiten einbezogen werden.

 

Erste Gesprächsrunde

In der ersten Gesprächsrunde stehen die Erfahrungen mit den Tagesimpulsen im Zentrum. In der ersten werden sie an einem Beispiel eingeführt, in der dritten wird der Umgang mit einer Bibellesehilfe wiederum an einem Beispiel eingeübt. Die Teilnehmenden können ihre Erfahrungen einbringen und/oder es können auch immer wieder einzelne Tagesimpulse aufgegriffen werden.

 

Referat

Das Referat beginnt mit einem kreativen Augenöffner: einem Bild, Clip, Musikstück, Sketch, mit dem das Thema schon ein erstes Mal auf den Punkt gebracht wird.
Das Referat soll einfach aber nicht simpel sein, gut begründet und illustriert mit Beispielen aus der Praxis. Dabei geht es um grundlegende Bausteine des Glaubens, die heute aber meist nicht mehr so klar sind.
Weiterführende Gedanken und Themen können die Referenten den Teilnehmenden als «Bonusmaterial» für ihren Ordner abgeben.
Das Referat schliesst mit drei Impulsen für das anschliessende Gespräch.

Als Gedankenanregung stellen wir Ihnen einen Pool mit den entsprechenden Referaten zur Verfügung (meistens nur stichwortartig). Die unterschiedlichen Beispiele zeigen, wie vielfältig die Themen angepackt werden können.

 

Beispiele für Referate

 

Zweite Gesprächsrunde

Hier können die drei Gesprächsimpulse aus dem Referat aufgegriffen werden. Falls in der Gruppe aber andere Fragen im Vordergrund stehen oder eine Frage genügend Gesprächsstoff ergibt, haben die Bedürfnisse der Gruppe Vorrang.
Gegen Schluss des Gesprächs können Fragen an den Referenten bzw. die Referentin gesammelt werden. Die Teilnehmenden haben auch die Möglichkeit, Fragen anonym oder mit Namen in die Fragebox einzulegen. Sie werden dann am fakultativen Frageabend aufgegriffen.

 

Fragen an den Referenten/die Referentin

Es ist hilfreich, wenn die Moderation gleich eine erste Frage stellt. Falls die Teilnehmenden keine Fragen von sich aus stellen, können die Gesprächsleiter Fragen an den Referenten/die Referentin weitergeben, die z.B. vorher schon am Tisch diskutiert worden sind.

Als hilfreich hat sich auch die Fragebox erwiesen: Sie ermöglicht den Teilnehmenden, anonym oder mit Namen schriftlich Fragen zu stellen. Die Fragen werden dann am Frageabend aufgegriffen.

 

Erklärungen zur Frage- und Gebetsbox

 

Die Moderation

Sie führt humorvoll und trotzdem zeitgerecht durch den Abend und macht die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen. Die Moderation sorgt insbesondere für einen pünktlichen Beginn des Abendessens, aber auch für das Einhalten der Pausen. Diese sind so angesetzt, dass etwas Zeit bleibt zum Überziehen der Gesprächsrunden. Wichtig ist, dass sich die Teilnehmenden in den Abend bzw. das Wochenende hineingeben können, ohne sich um Zeiten und Abläufe kümmern zu müssen.

 

Das Wochenende

Das Wochenende sollte im letzten Drittel des Kurses stattfinden. Es ist mehr als ein Freizeitangebot, es ist ein wichtiges, meist entscheidendes Element des Kurses. Daher sollte immer wieder mit Freude und Nachdruck für das Wochenende eingeladen werden bzw. darauf hingewiesen werden, dass diese beiden Tage zentral zum Kurs gehören. Abwechslung im Programm und geschickt eingebaute Pausen sollen aber trotzdem auch Erholung ermöglichen.
Am Wochenende erfahren die Teilnehmenden vielleicht erstmals wieder seit langem Gemeinschaft mit Tiefgang. Die Gesprächsteile innerhalb des Programms und spontan dazwischen, die Zeiten der Stille und das Nutzen von Coachinggesprächen erlauben es, sich konzentrierter als an den Kursabenden mit dem Glauben und mit Gott auseinanderzusetzen. Der anschliessende Gottesdienst ist eine gute Möglichkeit, bewusst Schritte im Glauben zu wagen.

Bei der Auswahl des Hauses sollte darauf geachtet werden, dass die Kursteilnehmenden ungestört arbeiten können. Für die Zeiten der Stille braucht es genügend Rückzugsmöglichkeiten (insbesondere bei schlechtem Wetter). Ideal sind Gästehäuser, die in einem christlichen Sinn und Geist geführt werden und das Anliegen vielleicht sogar bewusst mittragen können.

Möglicher Ablauf des Wochenendes
Samstag
8.45    Treffpunkt Team, Bezug der Zimmer, Besichtigung und Einrichten der Räume
           Teamsitzung
9.30     Eintreffen und Zimmerbezug Teilnehmende
10.00   Begrüssung/Hinweise
10.10   Lied zum Auftakt
10.15   Gesprächsrunde (Erfahrungen mit den Tagesimpulsen)
10.30   Input: «Warum und wie soll ich beten? Wie kann ich Gott hören?»
11.05   Gesprächsrunde (Verarbeitung Input «Gebet»)
11.35   Rückfragen (zum Referat und aus den Gruppen)
11.45   Hinweise
           Coaching-Gespräche erklären
           Erklärung der Stille-Zeiten
           Hinweis auf Mittagessen: «Gemischte» Sitzordnung erwünscht

12.00  Mittagessen und Mittagspause
           Teamtreffen

14.30   Persönliche Stille (Erfahrungen mit dem Beten)
15.15   Musikalischer Auftakt
15.30   Gesprächsrunde (Erfahrungen mit Fragen zur Stille)

16.00   z Vieripause

16.30   Input: Wer ist und was tut der Heilige Geist? Vom Heiligen Geist erfüllt leben.
17.05   Gesprächsrunde (Verarbeitung Input)  
17.35   Rückfragen zum Referat und aus den Gruppen
17.45   Hinweise

18.00   Abendessen

20.00   Musikalischer Auftakt
20.15   Persönliche Stille (Anwendungsfragen «Heiliger Geist»)
21.00   Gesprächsrunde (Erfahrungen mit Fragen zur Stille)

21.30    Schlusslied
            Teamtreffen

Sonntag
8.30      Morgenessen (kein gemeinsamer Start)
10.00    Musikalischer Auftakt
10.15    Input: Heilung erleben und mit dem «Bösen» richtig umgehen
10.50    Gesprächsrunde (Verarbeitung Input)
11.20    Rückfragen zum Referat und aus den Gruppen
11.30    Hinweise
            auf den Gottesdienst (eigene Beiträge, Segnungsangebot)
            Teamtreffen

12.00    Mittagessen

14.30    Gottesdienst
            mit Musik, persönlichen Beiträgen, Kurzpredigt und einem Segnungsteil

16.00    Abschluss mit z’Vieri

16.30    Abreise

 

Beispiel Ablauf eines Wochenendes

 

 

Der Frageabend

Er sollte gegen den Schluss des Kurses angesetzt werden. Der Abend ist fakultativ. Er kann ohne Abendessen und Tischgemeinschaften mit Beginn z.B. um 20 Uhr stattfinden. An diesem Abend gehen die Referenten und Referentinnen auf die Fragen aus der Fragebox ein und geben die Möglichkeit zum Nachfragen.
Der Abend kann mit einem Kaffee/Tee und etwas Süssem ausklingen.

 

Das Gebetsnetz

In einem Glaubenskurs geht es nicht nur um Information und Diskussion, sondern auch um eine Auseinandersetzung mit tieferen Fragen. Es ist deshalb wichtig, dass der Kurs begleitet wird von einer Gruppe, die sich dem Gebet für den Kurs, die Kursteilnehmenden und einzelne konkrete Anliegen widmen.
Wenn einige davon sich parallel zum Abend in der Nähe des Kurses treffen können, erlaubt dies ein interaktives Eingehen auf den Kurs. Hilfreich ist aber auch ein zusätzliches Gebetsnetz, dass mit einem Gebetsbrief auf dem Laufenden gehalten wird.
Während des Kurses kann eine Gebetsbox aufgestellt werden. Hier können die Teilnehmenden anonym oder mit Namen Gebetsanliegen einlegen, die dann im Gebetsnetz aufgenommen werden.

Das Coaching

Im Verlaufe des Kurses, gerade auch am Wochenende, können persönliche Fragen aufbrechen, die nicht im Rahmen der Gesprächskreise oder im spontanen Einzelgespräch zwischendurch geklärt werden können. Darum ist es gut, wenn im Hintergrund erfahrene Personen für Coachinggespräche und Seelsorge parallel zum Kurs zur Verfügung stehen. Am Wochenende kann dieses Angebot auch in das Programm eingebaut werden.

 

Blatt mit Hinweisen

 

Die Bundesfeier

Am letzten Kursabend geht es um den Bund, den Gott mit uns schliessen will. Äussere Zeichen davon sind u.a. die Taufe und das Abendmahl. Die Teilnehmenden werden an diesem Abend eingeladen, diese Einladung zum Bundesschluss persönlich zu beantworten. Der Referent/die Referentin zeigt Möglichkeiten, wie dies geschehen könnte: z.B. mit einem kurzen bestehenden oder mit einem freien Bekenntnis (für Getaufte wäre das eine Taufbestätigung) oder mit einem gemeinsam gesungenen bekenntnishaften Lied. Die Interessierten melden sich für diesen Beitrag an.
Dazu gibt die «Bundesfeier» als fakultativer Zusatzabend den äusseren Rahmen. Dazu sind auch Kursteilnehmende eingeladen, die sich nicht im Sinne eines Bekenntnisses äussern möchten; ebenso Freunde und Freundinnen der Kursteilnehmenden, die gerne dabei sein möchten und alle Mitarbeitenden.
Am Abend der Bundesfeier (ca. um 19 Uhr) ruft der Leiter/die Leiterin der «Bundesfeier» die für den Bekenntnisteil Angemeldeten zusammen und bereitet mit ihnen diesen Teil kurz vor.
Damit der Abend nicht zu lange wird, beginnt die «Bundesfeier» z.B. um 19.30 Uhr – und zwar bewusst in der Kirche (z.B. im Chor) beim Taufstein. Die Feier ist liturgisch und feierlich gestaltet. Sie beginnt mit einem musikalischen Einstieg (gemeinsames Singen), gefolgt von einem eingeführten Bekenntnisteil. Nach dem persönlichen oder gemeinsamen Bekenntnis entflammen die Beteiligten eine Kerze an der Osterkerze; ihr Götti oder ihre Gotte (in der Regel die Leiter der entsprechenden Gesprächsrunde) übergibt ihnen eine Karte mit einem persönlich formulierten Segenswunsch und betet für sie (eine solche Karte kann auch an alle übrigen Teilnehmenden abgegeben werden). Die «Bundesfeier» schliesst mit einer Abendmahlsfeier mit der gesamten Gottesdienstgemeinde.

Anschliessend folgt im Kirchgemeindehaus ein festliches Zusammensein, verbunden mit einem Apéro riche, bei dem auf den Abschluss des Kurses angestossen werden kann.

Nach dem Kurs fragen die Paten bei «ihren» Leuten hie und da nach, wie es ihnen geht (wenigstens 1 Jahr lang).

 

Beispiele Liturgie Bundesfeier

 

Die Zusatzangebote

In der Regel wünschen die Teilnehmenden nach dem Kurs ein weiterführendes Angebot. Dies kann eine Gesprächsrunde sein mit Teilnehmenden des Kurses, ein weiterführender Kurs in Gesprächsform; es ist auch möglich, dass die Teilnehmenden in bestehende Haus- oder Gesprächskreise eingeladen werden.
Wichtig ist, dass dieses Zusatzangebot zeitlich klar umrissen und begrenzt ist (z.B. 14-täglich für ein halbes Jahr oder monatlich für ein ¾-Jahr). Ob diese Gesprächsgruppen weitergeführt werden, können die Teilnehmenden später selber entscheiden.
Selbstverständlich gehört zu den Zusatzangeboten auch der Sonntagsgottesdienst und das gesamte kirchliche Angebot sowie das nächste Gemeinde-Wochenende oder die Gemeindewoche. Es ist zu empfehlen, die Kursteilnehmenden gerade auf die besonderen Angebote aufmerksam zu machen. So wird ihre Integration ins Gemeindeleben erleichtert.

 

Der Auswertungsbogen

Am letzten regulären Kursabend werden die Teilnehmenden (und bei einem grösseren Mitarbeiterstab auch die Mitarbeitenden) eingeladen, dem Leitungsteam anhand eines Fragebogens eine qualitative Rückmeldung zu geben. Dies hilft, den Kurs weiter zu optimieren.

 

Auswertungsbogen

 

Das Dankeschön

Es empfiehlt sich, nach getaner Arbeit alle Mitarbeitenden zu einem guten Nachtessen einzuladen und Ihnen (u.a. auch von Seiten des Kirchgemeinderates) für ihren Einsatz zu danken.

 

Die Auswertung

Das Leitungsteam nimmt aufgrund der Auswertungsbogen (Teilnehmende/Mitarbeitende) und anhand der eigenen Eindrücke eine Auswertung des Kurses vor und genehmigt die Schlussabrechnung zuhanden der zuständigen Stelle. Sie stellt den weiteren Kontakt zu den Teilnehmenden sicher und legt das voraussichtliche Datum des nächsten CREDO Kurses fest.

 

Die Finanzen

Die Kosten des Kurses hängen v.a. ab von der Grösse und der Perfektionierung des Kurses ab, wobei einzelne Fixkosten so oder so anfallen. Es empfiehlt sich, dass die Kirchgemeinde eine Defizitgarantie gibt und einen Teil der Kosten übernimmt. Die Teilnehmenden sollten aber auch ihren Teil beitragen. Was nichts kostet, ist bekanntlich in vielen Fällen auch nichts wert.

 

Finanzen (mit dem Budget eines grossen und der Rechnung eines schlanken Kurses)

 

Kurs-Checkliste

Wir empfehlen, 1 Jahr zum Voraus das Leitungsteam zusammenzustellen und mit der Arbeit zu beginnen. Der Kurs dauert mit den Zusatzabenden 9 Wochen, wobei sich die Zeitspanne wegen z.B. der Sportferien verlängern kann. Besonders geeignet ist das 1. Quartal eines Jahres; die Bundesfeier kann dann – passend zum Kirchenjahr – in der Karwoche stattfinden.

 

Beispiel Kurs-Checkliste