Transformation

Bedürfnisse der Stadt entdecken 

Matthias Ettlin/HPS  Seit über 10 Jahren investiert das Team «Hoffnung für
Zürich» von OM Schweiz (Operation Mobilisation) auf dem Stadtgebiet in Hoffnungsträger und versucht, den Menschen im Quartier ganzheitlich zu begegnen. 

 

Matthias Ettlin, Leiter dieses Zweiges von OM, möchte andere mit seiner Begeisterung anstecken. Er lädt deshalb junge Leute aus aller Welt nach Zürich ein, um im Rahmen eines Trainings- und Einsatzprogrammes von 6 bis 24 Monaten die Vision dieser Art von Stadtentwicklung kennen zu lernen, zu erproben und dann zu Hause in angepasster Art selber anzuwenden. 

Er berichtet: Wir versuchen, in erster Linie bei und mit den Menschen zu sein und weniger «etwas für Andere» zu tun. Auf diese Weise entstehen interessante Begegnungen auf Augenhöhe. Das Zusammenspiel von Wort und Tat ermöglicht es, authentisch vom Evangelium zu «sprechen».

 

Lernen

Als OM-Team wollen wir Menschen zu Multiplikatoren ausbilden. Durch verschiedene Impulse über Gemeinschaft, Dienste und geistliche Sichtweisen lernen die Teilnehmenden, das urbane Umfeld wahrzunehmen, werden in ihrer Identität und im Glauben gefestigt und erkennen, wie sie die Welt um sich herum prägen können. Dies geschieht nicht nur durch Schulung, sondern auch bei der Reflektion des Alltags. Das Leben vor Ort in Wohngemeinschaften auf Zeit fordert täglich zur Authentizität heraus.

 

Arbeiten

Das Einsatzgebiet Zürich Nord ist gesellschaftlich im Umbruch. Hier, am Rand der Stadt, leben viele Personen mit Migrationshintergrund oder einem niedrigen sozialen Status. Einige Kirchen in diesem Gebiet sind in einer Aufbruch- und Neuorientierungsphase. «Hoffnung für Zürich» unterstützt diese christlichen Gemeinden in ihrer neuen Ausrichtung der Sozialdiakonie und im Bestreben, mit der umliegenden Bevölkerung Leben zu teilen. Als «neutraler» Partner können wir uns bei den verschiedenen Partnern ganz praktisch einbringen und vernetzend wirken. 

Zudem sehen wir in vielen stadtnahen und stadtferneren Gemeinden eine gewisse Hilflosigkeit betreffend «christlichem Engagement in urbanen Gebieten». Wir wollen den Kirchen mit unserem Wissen dienen und Partnerschaften fördern, da wir überzeugt sind, dass die Urbanisierung die Zukunft unserer Gesellschaft auch in der Schweiz prägen wird.

 

Leben

Die politische Gemeinde und säkulare Institutionen versuchen ihr Bestmöglichstes, der sozialen Not zu begegnen. Wir wollen, wenn immer möglich, mit ganzem Herzen wertschätzend hinter diesen Bemühungen stehen. Jede menschliche Hilfe wird aber an ihre Grenzen stossen und in Hoffnungslosigkeit enden. Wir sind davon überzeugt, dass einer Hoffnung, die genährt ist aus der Beziehung zu Gott, grundsätzlich keine Grenzen gesetzt sind. 

 

Erfahrungen

Im Rückblick sehen wir, dass christliche Werke, auch dank unserer Vernetzung, nicht einfach nur zusammen gearbeitet haben, sondern auch eine Herzensverbindung eingegangen sind. Z.B. wurde aus einer Kennenlernrunde im Kreis 4 eine Gemeinschaft von Werken und Kirchen, die füreinander Fürbitte tun und seither einige gemeinsame Einsätze organisiert haben.

Teilnehmende an unsern Trainings haben ihre Glaubensgrundlagen neu «erkämpft», in den Alltag gestellt und sind dadurch gereift. Durch ihr längeres Engagement in der Stadt haben sie Prozesse durchgestanden und so fürs Leben gelernt. 

Wir sind überzeugt, dass wir noch viel mehr Christen brauchen, die ihre Umgebung wahrnehmen, sich und ihre Werte kennen und befähigt werden, beides in einer ehrlichen und ganzheitlichen Art ihrem Umfeld zukommen zu lassen. 

 

Umgesetzte Projekte

  • Kirche ohne Mauern zusammen mit der Vineyard-Gemeinde: Kaffee, Kuchen und Gebet für die Besitzer und Gäste der Shops im Kreis 4
  • Begegnungsort Open Heart der Heilsarmee
  • Gebets- und Koordinationstreffen in der Innenstadt inkl. Impulsschulung über Stadtentwicklung
  • Kinderwoche der reformierten Kirche wieder im Quartier verankert
  • Besuch von alten und einsamen Menschen und Vernetzung mit kirchlichen Gefässen 
  • Unterstützung im Aufbau einer Kinderarbeit im Quartier (MEt)

 

Matthias Ettlin ist Leiter von «Hoffnung für Zürich», einem Zweig von OM Schweiz 

matthias.ettlin@STOP-SPAM.om.org 

www.omschweiz.ch  

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