Transformation

Wertvolle Landschaft 

Benjamin Bucher Ende September 2011 nahm Benjamin Bucher im Rahmen seines Studiums an der Fachhochschule Rapperswil an den Projekttagen des Moduls «Landschaftspflege» im Tessiner Bavona-Tal teil. Es ging bei diesem Projekt ganz grundsätzlich um die «Wiederbelebung» dieses Tals. 

 

Bei seiner Arbeit erhielt er einen Hinweis auf den Ansatz der «Werte-orientierten Dorf-, Regional-, und Stadtentwicklung (WDRS)» des Instituts INSIST. In der Folge beschloss er, diesen Ansatz im Rahmen seines Studiums zu überprüfen, noch bevor der WDRS-Gemeindebarometer überhaupt veröffentlicht worden war. Die Resultate seiner Arbeit sind nun in die definitive Version eingeflossen. Im Folgenden beschreibt er seine Erfahrungen.

 

Gedankenanstösse

Bei der Projektarbeit im Valle Bavona erhielten wir als Gruppe dank dem Dossier und dem Fragebogen des WDRS-Gemeindebarometers einige gute Gedankenanstösse. Es war jedoch auffallend, wie wenig in der Betaversion des WDRS-Gemeinde-barometers auf den Aspekt «Landschaft» eingegangen wurde. Beim Gedanken an mein individuelles Vertiefungsprojekt (IVP) im 6. Semester erschien mir deshalb das Erarbeiten einer eigenständigen Sparte Landschaft für den definitiven WDRS-Gemeindebarometer sinnvoll zu sein, als Auftrag für mich und zugleich als hilfreicher Beitrag für das Institut INSIST. 

Ich wollte so den Fragebogen vervollständigen, denn die wertebasierte Herangehensweise des WDRS-Ansatzes hatte mich sehr angesprochen. Die WDRS-Grundwerte sind nämlich nicht nur auf die Landschaft anwendbar sondern überall dort, wo Menschen miteinander unterwegs sind. Mit meiner Vertiefungsarbeit wollte ich diese Prinzipien verinnerlichen, sodass sie zu einem Bestandteil meines Alltags werden konnten. Für mich persönlich war dies ein guter Einstieg in diese christlich begründete Denkweise. Es wird aber noch sehr viel Übung nötig sein, bis ich die Prinzipien nicht mehr bewusst abrufen muss, sondern sie mein Verhalten und Handeln jederzeit auch unbewusst bestimmen. 

 

Die Landschaft besser wahrnehmen

Was wollte ich mit meiner Vertiefungsarbeit an der Fachhochschule Rapperswil erreichen? Im Grunde wollte ich die Landschaft wieder ein Stück mehr in der Wahrnehmung der Menschen verankern. Es ist wichtig, dass wir uns je länger je stärker bewusst werden, was für ein kostbares Gut die Landschaft für den Menschen darstellt.

Die WDRS-Entwicklung geht von einer von Gott gesetzten Wertegrundlage aus. Diese dient als Orientierung für alle an einem Entwicklungsprozess beteiligten Personen. Von diesen Werten werden Prinzipien abgeleitet, denen alle Visionen, Leitbilder, Ziele und Massnahmen untergeordnet werden sollen.

Meine Arbeit sollte nicht ein Hilfsmittel für Landschaftsspezialisten werden, sondern ein Leitfaden, der für jedermann verständlich und anwendbar ist! Sie sollte einerseits für Landschaftsfragen sensibilisieren und anderseits ein konkretes Arbeitsmittel für eine ganzheitliche Siedlungs- und Landschaftsentwicklung sein.

 

Persönlicher Gewinn

Die WDRS-Grundwerte entsprechen elementaren Eigenschaften von Gott. Man kann sie sich als Dreieck vorstellen. An jeder Ecke stehen zwei Charaktere: Leben und Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sowie Wahrheit und Liebe. Und im Zentrum steht die Gemeinschaft. Anhand dieser Begriffe lässt sich der ursprüngliche Gedanke Gottes über das menschliche Leben und im weiteren Sinne die Schöpfungsgeschichte einmal etwas anders erzählen. So haben sich einige interessante Gespräche ergeben. 

Diese Werte haben auch mein politisches Denken beeinflusst. Ich musste meine Meinungen teilweise grundlegend überdenken. Es gibt viele alltägliche Situationen, in denen ich durch diese Grundwerte an die Frage erinnert werde, wie Jesus gehandelt hätte.

Ich möchte darum Mut machen, sich mit solchen Grundwerten des Lebens auseinanderzusetzen. Man wird sicher nicht überall auf Zustimmung stossen, wenn man solch klare Linien vertritt. Aber schliesslich sind wir bei der Gestaltung unseres Lebens letztlich nur dem Rechenschaft schuldig, der alle diese Grundwerte in sich vereint.

 

Die IVP-Arbeit «Barometer zur Qualität und Entwicklung von Siedlung und Landschaft – Ergänzung des WDRS-Ansatzes mit der Sparte Landschaft» kann beim Autor bezogen werden.

benjamin@STOP-SPAM.buchers.net 


Benjamin Bucher hat mit einem Bachelor in Landschaftsarchitektur die technische Fachhochschule in Rapperswil abge-schlossen. 

benjamin@STOP-SPAM.buchers.net 

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