Politik

Teilen

Philipp Hadorn

 

Viele christliche Gemeinden pflegen die Tradition der «Teilete». Auch in unserer Gemeinde kommt es vor, dass wir alle etwas zum Essen mitbringen. Im Anschluss an den Gottesdienst wird dann alles in Form eines Buffets wunderbar zubereitet. Und wir nehmen uns von all den «gluschtigen» Sachen, was wir gerne haben. Christen wissen, was Teilen bedeutet!Bereits in der Apostelgeschichte1 lesen wir, dass die Christen der ersten Gemeinde ein Herz und eine Seele waren, alles zusammenlegten und niemand etwas als seinen privaten Besitz betrachtete. Auch die Bedürftigen wurden versorgt. Im 6. Kapitel berichtet der Arzt Lukas, dass die Gemeinde rasch wuchs. Menschen verschiedener Kulturen kamen zusammen, und einzelne beklagten, dass Witwen bei der täglichen Versorgung benachteiligt würden. Die Apostel griffen ein, und die ganze Gemeinde wählte sieben vom Heiligen Geist erfüllte Personen zu Diakonen. Das Evangelium wurde nun gesichert in einem Rahmen der sozialen Gerechtigkeit verkündet – und die Gemeinde wuchs weiter.Ach ja, Sie haben diese Geschichte auch schon mehrfach gehört? Eine Predigt darüber ist richtig beeindruckend und eine optimale Einstimmung in eine berührende Lobpreiszeit, oder?Aber: Bedeutet Glaube nicht auch Nachfolge? Und damit nicht nur geistlich wohltuende emotionale Einstimmung in die Nähe Gottes, sondern konkretes Handeln aus Gottes Gegenwart? Plötzlich werden Zusammenhänge erkennbar zu unseren Sozialwerken und -versicherungen, zur Regulierung von Löhnen und Arbeitsbedingungen, zu Steuerpolitik und Altersvorsorge und zum Umgang mit Fremden und Andersdenkenden. «Suppe, Seife, Seelenheil», das war mehr als ein Motto der einzig überzeugenden Armee dieser Welt im 19. Jahrhundert. Ein starkes Zeugnis tätiger Liebe verändert Leben und kann die Augen für Gottes Wirklichkeit öffnen. Konkretes Handeln mit klar sozialem Zeugnis ist ein Hinweis auf die Realität unseres Erlösers. Diese berührende Gegenwart Gottes möchte ich nicht missen.

 

1  Apg 4,32 f

 

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat und Zentralsekretär der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Er lebt mit seiner Frau und drei Jungs in Gerlafingen SO, wo er sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche engagiert. mail@STOP-SPAM.philipp-hadorn.ch, www.philipp-hadorn.ch  

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Politik

Gewalt in palästinensischen Schulbüchern

Erich von Siebenthal

 

Verschiedene Untersuchungen haben aufgedeckt, dass in palästinensischen Schulbüchern offen zur Gewalt gegen Israel aufgerufen wird. Letzthin wurde ich von einem Journalisten gefragt, was ich von dieser Tatsache halte.

Das Brisante an der Sache ist, dass die Herstellung dieser Schulbücher von der UNRWA1, einer Unterorganisation der UNO, finanziell unterstützt und damit indirekt auch die Hetze gegen die Juden und Israel gefördert wird. Die Schweiz bezahlt nach meinen Informationen jährlich 20 Millionen Franken an die UNRWA. Es gibt immer wieder Stimmen, die sagen, Israel tue dasselbe. Gemäss meinen Abklärungen stimmt das aber so nicht.
Zur Zeit lese ich ein Buch, das von einem jungen Islamisten erzählt, der zu Jesus Christus gefunden hat. Er berichtet Unglaubliches darüber, wie in diesen Schulen zu Hass und Gewalt gegen die Juden und Israel aufgerufen wird. Schauen wir hier als Schweiz weg oder handeln wir?
Nach meinen Erfahrungen hat die schweizerische Politik Mühe damit, international auch mal hinzustehen und gewisse Vorkommnisse in Frage zu stellen. Die Kräfte in unserem Lande, die gegenüber Israel kritisch bis sehr kritisch eingestellt sind, nehmen nicht ab. Daher auch die Zurückhaltung der Regierung in dieser Sache.
Da wir hier finanzielle Unterstützung leisten, werde ich dem Bundesrat in der Fragestunde eine entsprechende Frage vorlegen und, wenn die Antwort nicht befriedigt, der Sache weiter nachgehen. Auch ich begrüsse eine finanzielle Unterstützung, aber diese muss zu Lösungen führen und darf nicht Konflikte schüren.

1  Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (engl.: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, kurz UNRWA)

 

Erich von Siebenthal ist SVP-Nationalrat und Biobauer im Berner Oberland. Er lebt zusammen mit seiner Familie in Gstaad und engagiert sich dort in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde.

erich_v7thal@STOP-SPAM.sunrise.ch 

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