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Fair und gesund essen

Hanspeter Schmutz Wie sieht Ihre persönliche Menukarte aus? Im Dschungel der Vorschläge und Ideologien ist es heute gar nicht mehr so einfach, diese Frage eindeutig zu beantworten. Eine beliebte Antwort sind die «Ernährungspyramiden». Sie zeigen, wovon wieviel gegessen werden kann bzw. was zu vermeiden ist, wenn man bestimmte Werte berücksichtigen will.

Wir haben die Frage nach dem gesunden und fairen Essen dem Arzt und Ernährungsspezialisten Ruedi Brodbeck gestellt. Er gehört zur Freikirche der Adventisten, die sich schon seit ihrer Gründung vor 150 Jahren mit Ernährungs- und Gesundheitsfragen aus christlicher Sicht beschäftigt hat. Die Nachhaltigkeits-Expertin Wiebke Blume-Suter stellt eine Pyramide vor, die v.a. die faire Seite der Ernährung betont.

Fair essen
Fair essen heisst für Wiebke Suter-Blume (Abb. 1): Fair zu den Bauern und Fair-Trade, Fair zur Umwelt und deshalb «bio» sowie fair zum Klima und damit regional und saisonal. Diese Kriterien gelten über alle Stufen der Pyramide hinweg. Die Mengenbetrachtung bei Fett/Öl und Süssigkeiten ist streng genommen komplizierter, aber die hier dargestellte Version ist gemäss Suter-Blume gut vertretbar und einfacher verständlich.

Gesund essen
Wenn Ruedi Brodbeck eine Pyramide machen würde, käme sie der DVG-Ernährungspyramide (Abb. 2) nahe, oder er würde sich gleich an die vegetarische Lebensmittelpyramide (Abb. 3) halten. Denn «tierische» Nahrung ist aus seiner Sicht im Prinzip nicht nötig, weil der Vitamin B12-Bedarf anders gedeckt werden kann. Und da die Produktion dieser Nahrung die Umwelt sehr belastet, ist sie auch nicht fair, weder für die Umwelt noch für die Tiere.
Bei der DVG-Ernährungspyramide würde er allerdings Folgendes ändern:
1. Multivitaminpräparate würde er gar nicht erwähnen, weil sie nicht zur Ernährung gehören und – abgesehen von einzelnen Ausnahmen – sogar schädlich sind.
2. In Sachen Flüssigkeit geht er von 2,5dl-Gläsern aus, also von mindestens 1,5 – 2 Liter pro Tag, vorzugsweise Wasser (mindestens 1 Liter) und ungesüsste Getränke. Alkohol-, koffein- und zuckerhaltige Getränke (auch «Light»-Getränke) sollten laut Brodbeck gemieden werden.
3. Obst und viele Gemüsesorten eignen sich besonders zum Rohverzehr, je frischer und unverarbeiteter, desto besser.


Quellen und weiterführende Links: Schweizerische Liga Leben und Gesundheit (LLG): www.llg.ch Deutscher Verein für Gesundheitspflege (DVG): www.dvg-online.com Quelle der Grundlagengrafik «Faire Ernährungspyramide »: www.weightcoaches.de/mitgliederbereich-hilfe/hilfe_proto_formular_ dach.php (12.11.2014) Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: www.sge-ssn.ch/de/ www.erf-medien.ch/de/Glauben-entdecken/Leben-im-Alltag/Zoom/Gesund-und-fair-essen

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