Transformation

Der werteorientierte WDRS-Gemeindebarometer ist lanciert

Hanspeter Schmutz Am 19.1.13 fand in Wilen TG (bei Wil) ein Tagesseminar zur Einführung des werteorientierten WDRS-Gemeindebarometers statt. Damit gelangte dieses Instrument erstmals öffentlich zur Anwendung. Die ersten Erfahrungen sind ermutigend.

 

16 Teilnehmende, vorwiegend Gemeindeammänner und Gemeinderäte aus Thurgauer und St. Galler Gemeinden, liessen sich am Vormittag in kurzen Referaten in wichtige Aspekte der werteorientierten Gemeindeentwicklung einführen und testeten am Nachmittag ihre Gemeinde anhand der 97 Indikatoren des werteorientierten WDRS-Gemeindebarometers. 

 

Ein Leitbild, das es in sich hat

Kurt Enderli, Gemeindeammann von Wilen TG, begrüsste die Teilnehmenden mit einem Videoclip. Dieser zeigte, was geschehen kann, wenn wir unsere Hände nicht mehr in der Hosentasche vergraben, sondern sie benutzen, um das Dorf oder die Stadt zu verändern. Anhand der werteorientierten Dorfentwicklung von Wilen illustrierte der Gemeindeammann, wie es möglich war, diesem 2000-Seelen-Dorf vor den Toren von Wil eine eigene Identität zu verleihen. 

Bemerkenswert war insbesondere die Entwicklung des Gemeinde-Leitbildes, bei dem die Parteien, Kirchen, Lehrkräfte und Schüler einbezogen worden waren. Im Rahmen eines Schulprojektes befragten Schüler einzelne Vertreter der Dorfbevölkerung und erforschten so die Werte und Wünsche der Einwohner. Diese flossen dann in das Leitbild der Gemeinde ein.

 

Mythos Steuerfuss

Thomas Noack, Raumplaner und Gemeinderat aus Bubendorf BL machte deutlich, dass es entscheidend ist, auch im Bereich der Finanzen Freiräume für die werteorientierte Dorfentwicklung zu schaffen. 

Er verwies zudem auf eine Studie, die gezeigt hat, dass im städtischen Raum 92% der Familien bei der Wahl ihres Wohnortes in erster Linie nach dem Grünraum und der Natur fragen, für 88% ist die Ruhe/Stille entscheidend, 80% schauen auf das Angebot des öffentlichen Verkehrs, 78% ist die Nähe der Schulen wichtig und 76% die Nähe der Einkaufsmöglichkeiten. Die Steuerbelastung kommt erst an 16. Stelle, sie ist nur für 31% der Befragten ein wichtiges Kriterium. 

Die Kriterien, die mit dem werteorientierten WDRS-Gemeindebarometer abgefragt werden, spielen für den Standortentscheid offensichtlich eine viel stärkere Rolle als wirtschaftliche Faktoren, wie sie etwa vom Handels- und Industrieverein (HIV) mit seinem bekannten Gemeinderating erhoben werden.

 

Gemeinsame Werte fördern die Entwicklung

Jürg W. Krebs, Organisationsentwickler und WDRS-Coach, nahm die Teilnehmenden an Orte mit, in denen die aufbauenden gemeinsamen Werte verschwunden sind und zeigte so den Sinn eines werteorientierten Ansatzes bei der Gemeindeentwicklung.

Am Nachmittag füllten die anwesenden Gemeindevertreter den WDRS-Gemeindebarometer für ihre Gemeinde aus. Dies im Austausch mit WDRS-Coach Hanspeter Schmutz, der diesen Barometer in zweijähriger Arbeit zusammen mit Fachleuten entwickelt hat. 

Er empfahl den Teilnehmenden, zur Weiterentwicklung der Gemeinde v.a. beim Minimumfaktor anzusetzen, also dort, wo die Ergebnisse aufgrund des WDRS-Barometers am schlechtesten ausgefallen sind. Dort sei das Entwicklungspotenzial der Gemeinde am grössten. 

Die Tagung schloss mit der Vorführung eines Films über Wilen, der
unter professioneller Leitung durch Schüler realisiert worden war (siehe Website von Wilen).

Im Vorfeld und im Nachgang löste die Tagung regional ein breites Medienecho aus.


Hinweise:

Auf der Website www.dorfentwicklung.ch  

sind unter «Veranstaltungen» einige Beiträge 

aufgeschaltet; der Film über Wilen ist auf 

www.wilen.ch greifbar.

Bericht Wiler Zeitung vom 21.1.13:

http://www.wilerzeitung.ch/ostschweiz/stgallen/wil/wv-ht/Barometer-zeigt-ein-Hoch-an;art253,3272436

Über aktuelle Entwicklungen rund um die werteorientierte Dorfentwicklung informiert vierteljährlich der WDRS-Newsletter (siehe: www.dorfentwicklung.ch).

 

Hanspeter Schmutz ist Publizist und Leiter des Instituts INSIST

hanspeter.schmutz@STOP-SPAM.insist.ch  

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