Naturwissenschaften

Gesucht: Eine zweite Erde

Konrad Zehnder In den letzten Monaten wurde in wissenschaftlichen Kreisen einmal mehr kräftig darüber spekuliert, ob es im Universum weitere Planeten geben könnte, auf denen menschliches Leben möglich wäre. Was aber wäre, wenn es eine zweite Erde gäbe?

Dass es diese Erde gibt, ist zunächst, naturwissenschaftlich nüchtern betrachtet, sehr erstaunlich. Die Erde und ihr Leben darauf verdanken ihre Existenz einer ausserordentlich komplexen Geschichte.

Erstaunliche Erde

Sie ist geprägt von vielen sehr merkwürdigen Ereignissen, die alle – und dazu in der richtigen Reihenfolge – geschehen mussten, damit auf diesem Planeten lebensfreundliche Bedingungen entstehen konnten. Die Grösse der Erde, ihre chemische Zusammensetzung, ihr Abstand von der Sonne, die Neigung der Rotationsachse und vieles mehr sind solche astronomischen «Zufälle».
Die unwahrscheinliche Entwicklung ging weiter mit dem scheinbar sich selbst erfindenden Leben und dessen Diversifizierung, wodurch die immer komplexeren Lebewesen entstanden. Auch sie ist geprägt von Zufallsereignissen. Es gab, beispielsweise infolge gewaltiger Meteoriteneinschläge, globale Klimakatastrophen, die das Leben auf der Erde fast ganz zum Erliegen brachten. Gerade dadurch wurde die biologische Evolution aber in eine entscheidende neue Richtung gelenkt. Bis sie zu uns Menschen führte, die wir dieses beispiellose kosmische Spiel betrachten und zu erklären versuchen.

Kandidaten kommen und gehen
Die nach heutigem Kenntnisstand messbare Mindestgrösse des Universums beträgt 78 Milliarden Lichtjahre. Sie beschränkt sich auf einen Raum, der von Lichtwellen, die heute auf die Erde treffen, in den vergangenen 13,8 Milliarden Jahren seit dem sogenannten Urknall durchwandert wurde. Die Form des Universums stellen wir uns gerne als Kugel vor. Kosmologen spekulieren aber über viele mögliche Formen. Auch darüber, ob das Universum endlich oder unendlich gross ist.
Dass es in einem nach wie vor unauslotbaren Universum weitere erdähnliche Planeten gibt, ist rein statistisch gesehen zwar eher unwahrscheinlich, aber dennoch grund-
sätzlich möglich. Schon aus diesem Grund ist die naturwissenschaftliche Frage und Suche nach einer «zweiten Erde» durchaus berechtigt. Weil die Beobachtungsinstrumente immer mehr verfeinert werden, ist es auch nicht verwunderlich, dass immer wieder und immer häufiger neue Kandidaten im Weltraum auftauchen, die wenigstens von ferne dem Profil des Originals gleichen. Jüngste Beispiele sind die anfangs dieses Jahres bekannt gegebenen Exoplaneten «Kepler-438b» und «Kepler-442b». Allerdings sind sie 470 bzw. 1100 Lichtjahre von uns entfernt, was weitere Untersuchungen nicht gerade einfach macht. Die Liste potenziell bewohnbarer Planeten umfasst derzeit je nach Auslegung acht bis 24 Kandidaten1.

Einzigartig und rätselhaft

Nun, was wäre, wenn es im riesigen All zwei oder mehr Himmelskörper mit echtem Leben oder sogar mit intelligenten Wesen gäbe? Soweit ich die Bibel verstehe, lässt sie dieses Thema offen.
Alles in ihr dreht sich um die Geschichte, die Gott mit uns – den hier beheimateten Menschen – gegangen ist und gehen möchte. Diese Geschichte ist eingebettet in eine unermesslich grosse, letztlich unbegreifliche Schöpfung, die von Leben erfüllt ist. Die Bibel sagt uns, dass wir einzigartige, nach dem Bild Gottes geschaffene Wesen sind. Und zwar nicht nur als biologische Spezies, sondern auch als Einzelwesen: Jeder der gegenwärtig ca. acht Milliarden Menschen ist einzigartig.
Wenn das so ist, und wir uns dessen gewiss sind, ist diese Welt auch in dieser Hinsicht wunderbar und rätselhaft. Und sie wäre es kein bisschen weniger, wenn es darin mehr als einen belebten Planeten geben würde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_potentiell_bewohnbarer_Planeten

 

Dr. Konrad Zehnder ist Geologe
ko.zehnder@STOP-SPAM.bluewin.ch

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