Bildende Kunst

Afghanische Flüchtlinge

Hanspeter Schmutz An der letztjährigen Flüchtlingskonferenz der Initiative «Stopp-Armut»1 gewann Ursula Zurbrügg mit zwei Bildern über afghanische Flüchtlinge einen Preis im Bereich «Bildende Kunst». Die beiden Werke zeigen den Schnittpunkt von Sichtbarem und Unsichtbarem, von Erlebtem und Gefühltem. Sie bilden einerseits die gegenwärtige Realität, andererseits das individuelle Erleben ab.

Wir erkundigten uns bei der Künstlerin über die Hintergründe dieser beiden Werke.

Magazin INSIST: Was war der Anstoss zum Malen dieser beiden Bilder?

Ursula Zurbrügg: Wir nahmen zwei junge Afghanen als Pflegesöhne auf. Sie bewirkten, dass ich mich intensiv mit der Flüchtlingsthematik auseinandersetzen musste. Der Seelenzustand einer meiner beiden Pflegesöhne erschütterte mich stark. Um all dem ein Gesicht zu verleihen, begann ich, noch bevor ich vom Stopp-Armut-Preis wusste, diese Eindrücke malerisch umzusetzen.

Was war für Sie schwierig beim bildlichen Darstellen von Kriegsszenen?
Mir war es wichtig, objektive Tatsachen sowie individuelles Erleben in den Bildern einzufangen. Schwierig war für mich das Malen der roten Bereiche (siehe die beiden Werke). Ich wählte für die roten Bereiche beider Bilder eine unterschiedliche Technik, weil die Gefühle dahinter auch unterschiedlich waren. Beim einen Bild sind die roten Bereiche mit Spachtel gemalt, beim andern benutzte ich die Finger und den Pinsel.

Gibt es in diesen beiden Bildern trotz allem Zeichen der Hoffnung?
Das Leben der Betroffenen ist und bleibt schwierig. Hoffnung in die Situation zu bringen, das liegt an uns, indem wir bereit sind, uns der Situation zu stellen. Damit meine ich, dass wir politisch weise agieren und uns auf individueller Ebene um die verwundeten Seelen aus Kriegsgebieten kümmern.

1  siehe www.stoparmut.ch

 

Hanspeter Schmutz ist Publizist und Leiter des Instituts INSIST
hanspeter.schmutz@STOP-SPAM.insist.ch

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