Politik

Die Gesellschaft zum Blühen bringen

Philipp Hadorn

 

Herrlich, wie es jetzt wieder blüht! Noch ist nicht bei allen Blüten zu erkennen, ob oder welche Früchte entstehen werden. Geht es uns im Leben nicht auch so? Wir geben unsere Inputs in Beziehungen, Familie, Gemeinde oder Gesellschaft. Wissen wir, was daraus wird? Nicht einmal der Glanz gegenwärtiger Blüten lässt verbindlich auf mögliche Früchte schliessen. Viele Menschen geniessen in unserem Land respektablen Wohlstand. Welcher Blüten Frucht ist dies? Treibt unser Wohlstand gar andere Menschen in Not, Hunger und Flucht? Die klassischen Werte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind für das friedliche Zusammenleben in einer Gesellschaft und das Funktionieren des Rechtsstaates mit garantiertem Zugang zu Bildung, Mobilität und sozialem Leben grundlegend. So wurde es am ersten Mai-Sonntag an vielen Umzügen, 1. Mai-Feiern und vereinzelt auch in Gottesdiensten einmal mehr verkündet.
Seit den Wahlen 2015 ist aber etwas deutlich geworden: Das Bekenntnis zu diesen Werten ist nicht bei allen politischen Kräften gegeben. Ohne Rücksicht auf Verluste wurden den wirtschaftlich Starken neue Steuerprivilegien gewährt. Die Ausgaben für das Gemeinwohl und den sozialen Zusammenhalt wurden gekürzt. Transparenz wurde verhindert und Chancengleichheit reduziert. In unserer evangelisch-methodistischen Kirche arbeiten wir mit dem Schwerpunkt «Eine blühende Gesellschaft von Gott geschaffen». Ich bin zuversichtlich, dass wir als Gemeinde einige schöne Blüten zum Blühen bringen werden und später Früchte ernten können – auch über unsere (Dorf-)Grenzen hinaus!

 

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat und Zentralsekretär der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Er lebt mit seiner Frau und drei Jungs in Gerlafingen SO, wo er sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche engagiert. mail@STOP-SPAM.philipp-hadorn.ch, www.philipp-hadorn.ch  

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Politik

Die Politik gegenüber Israel anpassen

Erich von Siebenthal

 

Die parlamentarische Gruppe Schweiz-Israel macht in jeder Legislatur eine Reise nach Israel. Von den gut 50 Mitgliedern aus beiden Kammern kamen diesmal acht Nationalräte mit.
Dabei wurde unser Besuch bei der Aluminiumverarbeitungsfirma «Extal» im von Israel besetzten Westjordanland in der Schweiz von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. Für mich zeigt sich an diesem Beispiel aber, dass die Zusammenarbeit zwischen Palästinensern und Israelis gut funktionieren kann.
Für mich ist klar, dass ein Rückzug der Israeli aus dem Westjordanland ein Chaos zur Folge hätte. Das hat man am Beispiel «Gazastreifen» gesehen. Als sich die Israeli aus diesem Gebiet zurückgezogen hatten, versank das Gebiet unter der Führung der Hamas in einem Chaos. Die Menschen im Westjordanland sind in einer besseren Situation als diejenigen im Gazastreifen. Würde sich Israel aus dem Westjordanland zurückziehen, übernähme auch dort die Hamas das Zepter. Und bei der Hamas steht immer noch die Vernichtung des jüdischen Volkes zuoberst auf der Traktandenliste.
Israel ist als einzig demokratischer Staat der Region ein Garant für Stabilität. Auf den Staat Israel wird aber von allen Seiten eingeprügelt. Gerade deshalb wäre es für einen neutralen Staat wie die Schweiz angebracht, die Politik gegenüber Israel zu überdenken. Es stellt sich etwa die Frage, wohin die Schweizer Gelder fliessen, die der UNRWA zugute kommen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass Gelder dieser Unterorganisation der UNO missbraucht werden, um Palästinensern vom Kleinkindesalter an den Hass auf Israel einzuimpfen. Das ist aus neutralitätspolitischer Sicht bedenklich. Mit der Forderung der Schweiz und der EU, die Grenzen von 1967 wiederherzustellen, wird verkannt, dass dies aus strategischer Sicht nie möglich sein wird.


Erich von Siebenthal ist SVP-Nationalrat und Biobauer im Berner Oberland. Er lebt zusammen mit seiner Familie in Gstaad und engagiert sich dort in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde.

erich_v7thal@STOP-SPAM.sunrise.ch 

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