Spiritualität

Die Schöpfung erzählt von Gott

Ruth Maria Michel Wer ist dieser Gott, an den ich glaube, dem ich tiefer vertrauen möchte? Die Schöpfung kann nahe an das Geheimnis Gottes heranführen – in ihrer eigenen Sprache – wenn wir sie erzählen lassen.

Erzählen lassen aber heisst: Alle Vorstellungen über sie loslassen und uns ganz auf sie einlassen, wahrnehmen, lauschen, sehen, spüren – absichtslos ...

  • Wenn ich draussen in der Natur bin (mindestens 30 Minuten), am See, in einem Park, in einem Wald, an einem Fluss, im Garten, in den Bergen ...

    ...     schaue ich ...
    ...     lausche ich (mache dabei auch mal die Augen zu) ...
    ...     rieche, schnuppere ich ...
    ...     fühle ich (Wärme, Kälte ...)
    ...     ertaste ich (zum Beispiel mit geschlossenen Augen einen                

            Baumstamm, den Halm einer Blume, einen Stein) ...
    ...     lasse ich den Wind, die Vogelstimmen, die wärmenden Sonnen-
            strahlen, die Blumen ... auf mich wirken
    ...     lasse ich mich anrühren von der Erhabenheit der Berge

  • Ich brauche nichts zu beurteilen.

    Einfach nur da sein – ganz absichtslos und offen.
    Das Geschaffene weist hin auf den Schöpfer ...
    Das Geschaffene – ein Fingerabdruck des Urhebers ...


  • Ich bete mit den Worten aus Psalm 104,24 und 139,14

    Wie vielgestalt sind deine Werke, Gott!
    Alles hast du geschaffen in Weisheit,
    erfüllt ist die Erde von deinen Geschöpfen. ...
    Ich preise dich, wunderbar sind all deine Werke.


  • Vielleicht lasse ich mich inspirieren von diesen Psalmworten und versuche, mit eigenen Worten vor Gott auszudrücken, was mich angesichts der Schöpfung bewegt ... lobend, dankend, bittend, klagend. ...

  Vielleicht schreibe ich meinen eigenen Schöpfungspsalm?

Anregungen für den Tag
Ich versuche, in den kommenden Wochen bei einem Gang nach draussen (bei einem Ausflug; unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen; bei einem Spaziergang) bewusst etwas von der mich umgebenden Natur wahrzunehmen:
           –    Ich lasse eine Vogelstimme auf mich wirken: Gott hat sie geschaffen.
           –    Ich betrachte eine Pflanze: Gott ist der Ursprung allen Lebens.
           –    Ich spüre einen Windhauch: Gottes Heiliger Geist will auch mein
                 Leben bewegen.


Felix Ruther ist freier Mitarbeiter bei den Vereinigten Bibelgruppen VBG und Mitbegründer des Instituts INSIST.

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