Kommentar

Belogen, betrogen und von bösen Strippenziehern regiert! 

Dorothea Gebauer Verschwörungstheorien passen hervorragend ins Zeitalter der Fake News. Höchste Zeit, dass wir ihre Zutaten kennenlernen. 

 

Die Erde ist innen hohl. Daran besteht überhaupt gar kein Zweifel! Und das Faszinierende: Einer von vier Zugängen befindet sich wundersamerweise in der Schweiz. Man könnte dort eine hoch entwickelte Zivilisation entdecken und einfach reingehen! 

 

Ungelüftete Geheimnisse

Warum tun wir es dann nicht? Weil wir daran zweifeln. Weil uns die Medienmaschinerie belügt. Sie weiss etwas, sagt es uns aber nicht. Die Verheimlicher agieren hochprofessionell. Der Mainstream liefert einen lachhaften Artikel nach dem anderen, aber kein Medium wagt es, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken! Und es kommt noch schlimmer: Mit einem Netzwerk von Verbündeten verhindert Schweiz Tourismus schon seit Jahren, dass das Geheimnis gelüftet wird. Warum? Die haben Angst, dass Leute das Erdinnere schöner finden könnten als das Erdobere! Schweiz Tourismus hat einfach Schiss vor der Konkurrenz aus dem Erdinneren! Das stinkt zum Himmel! 

 

Das alles macht der Mainstream mit uns 

Der Mainstream ist auch schuld daran, dass wir Merkels perfide Politik nicht durchschauen. Merkel ist nämlich dabei, gemeinsam mit der CIA Millionen Syrer nach Europa zu verschiffen. Ziel: Das deutsche Volk soll endgültig vernichtet werden. Und dieses ist so blöd, dass es das nicht mal merkt. Das grünveganmuselmanverschwulte Dreckspack in diesem Land ist blind! Es ist ein kapitalistisches Mörder- und Lügensystem, das das alles verschuldet und auch nicht damit rausrücken mag, dass wir eigentlich in einer Diktatur leben. Wir dürfen ja nicht mehr mal unsere Meinung sagen und gelten gleich als Verschwörungstheoretiker! 

 

Ende der Belustigung. Und nun ganz im Ernst: 

Während die einen blinden Auges durch die Welt laufen, scheinen Verschwörungstheoretiker diejenigen zu sein, die wissen, wie die Welt wirklich funktioniert. Sie benötigen dabei mehrere Zutaten. Voraussetzung ist ein spektakuläres Ereignis und ein Nährboden aus Misstrauen und Vorurteilen. Der Stoff, aus dem Verschwörungstheorien gemacht sind, sind Halbinformationen, Fehlinterpretationen, Schnellschüsse und Mutmassungen. Dabei erfüllen sie eine wichtige Funktion – etwas, das für Individuen und Gemeinschaften gemeinhin die Religion tut. «Verschwörungstheorien sind die Weltreligion des dritten Jahrtausends», so das deutsche Magazin CICERO. Michael Butter, Professor an der Universität Tübingen, untersucht Verschwörungstheorien. Er sagt: «Das sind einfach erst mal Sinngebungs-Funktionen: Sowohl die Religion als auch die Verschwörungstheorie bieten Erklärungen dafür an, wie denn die Welt und auf den ersten Blick unerklärliche Dinge funktionieren. Es sind Mechanismen, die wichtig sind für die individuelle als auch die Gruppenidentität, indem sie die ‚Gläubigen’ – man spricht bei Verschwörungstheorien nicht umsonst auch von ‚believers’ – ansprechen und ihrer eigenen Besonderheit versichern.»

Verschwörungstheorien hat es immer gegeben. Beginnend mit den Gnostikern des frühen ersten Jahrtausends etwa und dem Transport ihres manichäischen1 Weltbildes. Butter sieht den Zusammenhang so: «In Verschwörungstheorien wird die Welt ja oft in Gut und Böse aufgeteilt, in die Verschwörer und die Opfer der Verschwörung. Es gibt eine Vielzahl von strukturellen Parallelen. Historisch wissen wir, dass Verschwörungstheorien extrem Aufschub erfahren in dem Moment, wo traditionelle religiöse Erklärungsmuster nicht mehr so gut greifen wie vorher.» Durch die sozialen Medien sind Verschwörungstheorien sichtbarer geworden. Der Dialog darüber ist ein Nährboden für immer weitere Theorien. Gibt es ein Psychogramm der Verschwörer? 

Brigitte Seiler, Psychoanalytikerin aus Laufenburg beschreibt Verschwörungstheoretiker als eine Gruppe, die sehr stark «externalisiert». Sie verorten die Ursache von Ereignissen ausserhalb ihrer eigenen Person. In Kombination mit einer geringen Selbstwirksamkeitserwartung kann dann das Gefühl des Ausgeliefertseins entstehen. 

 

Die Frage ist, wie Christen damit umgehen sollen 

Kann es sein, dass wir in einem falschen Dualismus festsitzen? Dass wir Angst schüren, statt feste Hoffnung zu verbreiten? Dass wir die Kultur eines verschworenen «inner circle» pflegen? Dass wir Rationalität zugunsten magischer Denke aufgegeben haben? Dass wir eigene Wirksamkeit sabotieren, indem wir Kulturpessimismus hegen und einer Weltuntergangsstimmung Vorschub leisten? Dass wir uns über Feinbilder und Fatalismus selbst zu Opfern machen und uns damit ins Aus setzen?

 

1  Manichäismus: Religion der Spätantike und des frühen Mittelalters, die auf dem Gegensatz zwischen Licht und Finsternis beruht.

 

Dorothea Gebauer ist Referentin für Spendenkommunikation&PR (MBA) und Regionalfundraiserin; sie ist zudem Mitglied der Redaktionskommission des Magazins INSIST.
dorothea.gebauer@STOP-SPAM.gmail.com

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