INSIST

Schöneggweg 1

3672 Oberdiessbach

Telefon 031 771 28 79
www.insist.ch

Musik

Spuren hinterlassen

Jean-Daniel von Lerber Kürzlich bin ich im Web auf eine interessante Artikelserie über 15 Pioniere der christlichen Rockmusik gestossen. Der Autor, Duke Taber, heute Pastor der Vineyard Gemeinde in San Carlos, CA, präsentiert seine persönliche Liste. Dabei erhebt er nicht den Anspruch auf Vollständigkeit1.

Duke hat viele dieser Musiker gekannt, erlebt und mit einigen gar zusammengespielt. Interessant ist, was er am Schluss zusammenfassend schreibt: «Alle hatten etwas gemeinsam. Sie liebten Jesus.» Von kommerziellem Erfolg, Ruhm und Einfluss erwähnt er nichts. Offenbar ist ihm vor allem dieses «Erfülltsein» mit
Jesus in Erinnerung geblieben.

Fasziniert von Jesus
Duke Tabers Feststellung deckt sich mit dem, was mir John Fischer im letzten Oktober anlässlich meines Besuchs in den USA erzählte. Auch er gehört zu den Musikern «der ersten Stunde». Dieser Jesus, die Botschaft seiner Liebe, sein Interesse an uns Menschen stand in jener Zeit (Ende 60er-, Anfang 70er-Jahre) klar im Zentrum der Bands und Künstler, die erst vor kurzem zum Glauben gefunden hatten. Er war ihre Triebfeder, um meilenweit zu fahren und Konzerte zu geben. Einzelne Bands hatten sich im Zuge der damals so dynamischen «Jesus People Bewegung» als ganze Gruppe bekehrt2. Diese Gotteserfahrung hatte die jungen Musiker so tief berührt und motiviert, dass sie alles daransetzten, um von ihrem «Gotterleben» zu singen und zu erzählen.

Was Geld bewirken kann
Wir wissen heute, wie es mit der christlichen Rockmusik dann weiterging. Mit den ersten christlichen Musikfestivals Anfang der 70er-Jahre erwachte das Interesse von Businessleuten an dieser neuen Szene. Monetäre Interessen veränderten die Szene allmählich, ja bauten sie richtiggehend um.
Plattenfirmen entstanden, Vertriebe wurden gegründet, Ladenketten aus dem Boden gestampft, Radiostationen gingen auf Sendung, und alle hatten das eine Ziel: CCM (Contemporary Christian Music) möglichst gewinnbringend zu verbreiten.
Chartplätze und Verkaufszahlen wurden die Erfolgs-Parameter der Künstler, Managements und Plattenfirmen. In der Folge schnellten die Konzertgagen der «Stars» in astronomische Höhen.
Mehr und mehr unterschied sich die CCM Szene kaum mehr von der säkularen Musikszene. Die Mechanismen schienen dieselben zu sein. Nur wer genau hinhörte, konnte in den Liedtexten geistliche Inspirationsquellen ausmachen.
Im Laufe der Jahre diversifizierte sich die Szene weiter in alle Stilrichtungen. Der Erfolg dieser Szene als Ganzes, auch monetär, rief die grossen Musikkonzerne wie EMI auf den Plan. Sie starteten eigene «Gospel-Abteilungen», besetzten diese mit Leuten der CCM Szene und setzten alles daran, am «frommen Kuchen» mitverdienen zu können.
So könnte man die Entwicklung holzschnittartig zusammenfassen. Selbstverständlich gab es auch Ausnahmen: Künstler, die versuchten, eigenständig zu bleiben.

Dukes Liste
Was ist aus den 15 Musikpionieren von Dukes Liste geworden? Einzelne Gruppen haben sich aufgelöst, ein paar Musiker sind bereits verstorben, wieder andere haben sich zur Ruhe gesetzt. Von den noch «aktiven» hat heute keiner mehr einen Plattenvertrag. Wer noch Konzerte gibt, veröffentlicht CDs im Eigenverlag. Kommerziell gesehen ist keiner reich geworden. Glücklicherweise konnten einige das «Feuer» von damals bewahren. Gottes Geist sorgte zudem dafür, dass auch neue Generationen von Künstlern von diesem Feuer erfasst wurden – und immer noch werden.
Und hier ist Dukes Liste:
Darrell Mansfield, Sweet Comfort, Band, Servant, John Michael Talbot, Eddie deGarmo & Dana Key,
Resurrection Band (Glenn & Wendy Kaiser), Stryper, 2nd Chapter of Acts, Chuck Girard, Phil Keaggy, Barry McGuire, Petra, Randy Stonehill, Keith Green, Larry Norman3.
Meine persönliche Liste müsste mit einer Reihe von Namen ergänzt werden, welche die Szene in Europa und speziell in der Schweiz mitgeprägt haben: Siegfried Fietz mit seinem Fietz Team, Arno & Andreas, Dieter Falk, Mark Heard (er produzierte unsere ersten 2 MARCHSTEI Alben), Albino Montisci, Charlotte Höglund, Ingemar Olsson, Per-Erik Hallin, der Oslo Gospel Choir, Q-Stone, Adrian Snell, Bryn Haworth, David Plüss, Markus Dolder und «Chrigi und Simi», um nur die wichtigsten zu nennen.

 

Es wäre nun spannend zu wissen, welche Künstler bei Ihnen Spuren hinterlassen haben! Nennen Sie uns doch Ihre 15 Namen, am besten per e-Mail an: jean@STOP-SPAM.profile-productions.ch

www.viralbeliever.com/featured/the-pioneers-of-christian-rock-15-artists-who-changed-christian-music/
2  so etwa die Band LOVE SONG
3  Die kursiv gesetzten Künstler durfte ich im Laufe meiner bald 40-jährigen Tätigkeit persönlich kennenlernen. Mit einigen von ihnen haben wir Konzerte veranstaltet und den Kontakt behalten – bis heute.


Jean-Daniel von Lerber ist seit 30 Jahren Kulturagent; er leitet PROFILE Productions in Richterswil ZH.

jean@STOP-SPAM.profile-productions.ch 

To top