INSIST

Schöneggweg 1

3672 Oberdiessbach

Telefon 031 771 28 79
www.insist.ch

Politik

Sich für das Gute entscheiden

Philipp Hadorn

Sonja B. steht im Laden des Grossverteilers vor dem Regal. Drei Sorten Äpfel stehen zur Auswahl: günstige Import-Ware, Schweizer Produkt oder Bio-Äpfel? Das Haushaltbudget ist beschränkt. Es gilt, drei Kinder nebst den Eltern zu versorgen. Die Äpfel aus Südafrika sind perfekt und leuchten hellgrün. Nach einigem Überlegen greift Sonja B. dann trotzdem zu den Bio-Äpfeln, auch wenn sie Flecken aufweisen. «Sie sind zwar teurer, ich habe aber etwas für die Umwelt getan; hoffentlich wurden sie weder von Kindern noch durch Schwarzarbeitende gepflückt», denkt sie. Bei der T-Shirt-Auswahl wird es noch schwieriger. Farbe und Muster führen schliesslich zum Entscheid. «Made in Bangladesh» liest sie zu Hause auf der Etikette. Aus den Medien weiss sie, dass dort Kinderarbeit und der Einsatz von zerstörerischen Chemikalien zu schlimmen Krankheiten führen.
Wir fällen täglich Entscheidungen. Die Informationen dazu stehen uns meist breit zur Verfügung. Wir geben ungern zu, dass es nicht selten um eine Entscheidung zwischen Gut und Böse geht. Oft ist uns sogar bewusst, was das Richtige wäre. In der Praxis aber zaudern wir. Die Komplexität führt uns richtigerweise zu einer differenzierten Betrachtung. Doch am Schluss wird uns ein Entscheid abverlangt. Oft kennen Kopf oder Herz durchaus die richtige Antwort.
Um Entscheidungen geht es auch bei den anstehenden Wahlen. Sind wir uns unserer Verantwortung auch hier bewusst? Oder entscheiden Farbe, Muster, Verpackung, Slogan und Gesicht des Kandidaten? Denken wir an den Vorteil für unsern Berufsstand oder unser gesellschaftliches Milieu? Streben wir die Maximierung unserer persönlichen Vorteile an?
Auch bei den Wahlen stehen uns genügend Informationen zur Verfügung. Und auf eine wichtige Quelle haben wir seit langem Zugriff: die Lehre von Jesus und die Bibel. Unsere Glaubensväter und -mütter haben uns gelehrt, darum zu beten, dass wir der Versuchung – dem Bösen – widerstehen mögen. Nach der Erkenntnis kommt das Handeln! Entscheiden wir uns doch für das Gute – auch an der Urne!

 

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat und Zentralsekretär der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Er lebt mit seiner Frau und drei Jungs in Gerlafingen SO, wo er sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche engagiert. mail@STOP-SPAM.philipp-hadorn.ch, www.philipp-hadorn.ch

To top

Politik

Quellwasser

Erich von Siebenthal

Es war ein heisser Sommer. Die meisten von uns haben ihn genossen, auch ich.
Und doch war er für uns Bergler schon aussergewöhnlich. Ich will nicht klagen, denn nach dem nassen Sommer 2014 war auch ich froh, dass es keine Fortsetzung gab. Im Juli vergingen Woche um Woche, ohne dass es einmal bedeutend regnete. Gewitter, die es bei uns sonst immer gibt, blieben aus. Auf Wiesen, an Hanglagen oder da, wo wenig Humus ist, sei es im Tal oder auf der Alp, wurde das Gras zunehmend dürr, was ich so noch nie erlebt hatte.
Das Bewässern des Gartens wurde immer öfters nötig. Unsere Quelle entspringt etwa 400 Meter oberhalb unseres Hauses. Diese Privatquelle speist zwei Häuser mit insgesamt sieben Wohnungen und unsere Scheune. Die Kontrolle der aus der Quelle gelieferten Wassermenge ist bei uns der Überlauf in den Brunnen. Wenn das Reservoir voll ist, fliesst Wasser in den Brunnen. Dass dieser Ausfluss manchmal ausbleibt, ist nichts Aussergewöhnliches. Als das Wasser aber schon am frühen Morgen plötzlich ausblieb, mussten wir handeln. Der Garten durfte nicht mehr bewässert werden, auch im Haus war ein bewusster Umgang mit Wasser gefragt. Zum Glück waren die Tiere auf der Alp. Anfangs August kam dann der ersehnte Regen wieder. Gott sei Dank!
Einen Monat lang keinen Regen – das spüren wir auch in der Schweiz. Ohne Regen gibt es kein Wachstum. Die Studien der Klimaentwicklung gehen in Richtung von dem, was wir diesen Sommer erlebt haben. Ohne schwarz malen zu wollen: Es gibt auch in unserem Lande immer mehr Anzeichen, dass wir nicht mehr alles im Griff haben. Wir alle sind gefordert, Verantwortung zu übernehmen!
Ich bin so dankbar, dass ich eine Quelle kenne, die nicht versiegt: Jesus Christus. Er steht über allem, auch über Ihnen und mir. Wir sind aufgerufen, dieses Beschenkt-Werden weiterzugeben. Dazu gehört auch der sorgfältige Umgang mit der Schöpfung.

Erich von Siebenthal ist SVP-Nationalrat und Biobauer im Berner Oberland. Er lebt zusammen mit seiner Familie in Gstaad und engagiert sich dort in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde.

erich_v7thal@STOP-SPAM.sunrise.ch 

To top