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Politik

Geld verändert uns

Philipp Hadorn

«Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig», lautet eine Redewendung. Je nach Milieu und Lebenssituation kennen wir das aus eigener Erfahrung: Wenn noch viele Rechnungen zu bezahlen sind, kann der Spielraum eng werden. Fakt ist aber auch: In der Schweiz sind finanzielle Mittel vorhanden und zwar reichlich. Für die Schweiz gilt aber dasselbe wie für Länder mit natürlichen Rohstoffen: Auch mit Geld muss verantwortungsbewusst umgegangen werden. Anvertraute Gaben, Talente und Mittel eröffnen Möglichkeiten. Es gilt, vor Gott, Mitmenschen und uns selbst zu prüfen, wie wir damit umgehen und was wir bewirken wollen.
Einem fragenden und suchenden reichen Mann antwortete Jesus: «Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen1.» Ein solcher Auftrag übersteigt alle Wirkungen der heutigen Sozialversicherungen und Sozialwerke: Das wäre Umverteilung und sozialer Ausgleich pur!
Viele Menschen in der Schweiz geniessen eine hohe Lebensqualität und einen Wohlstand, der die Erfüllung vieler Wünsche zulässt. Trotzdem gibt es nicht wenige, die von der Sorge getrieben sind, etwas zu verlieren. Zur Zeit strebt eine Mehrheit des Schweizer Parlamentes tiefgreifende Veränderungen an: Es will Glückspilzen, die durch Landverkauf Gewinne gemacht haben, Steuerprivilegien gewähren und mit der Unternehmenssteuerreform III die staatlichen Einnahmen derart reduzieren, dass der garantierte Zugang zu Bildung, sozialer Wohlfahrt und Infrastruktur nicht mehr für alle möglich ist. Menschen in Notsituationen sollen im Stich gelassen werden und die Solidarität bei der Zusammenarbeit mit Hilfswerken soll zur reinen Imagepflege verkommen. Wollen wir das wirklich?
Geld verändert Menschen. Jesus warnt seine Jünger, dass es schwer sei für die Reichen, in Gottes neue Welt zu kommen2 und ermutigt sie zu einem andern Umgang mit persönlichem und kollektivem Wohlstand. Er sagt: «Was ihr für einen meiner gering geachteten Geschwister getan habt, das habt ihr für mich getan3.»

1 Lk 18,22
2 Lk 18,24
3 Mt 25,40

 

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat und Zentralsekretär der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Er lebt mit seiner Frau und drei Jungs in Gerlafingen SO, wo er sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche engagiert. mail@STOP-SPAM.philipp-hadorn.ch, www.philipp-hadorn.ch

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Politik

Jesus in der Politik weitergeben

Erich von Siebenthal

 

Es war für mich ein grosses Vorrecht, wie viele andere Menschen in einer christlichen Familie aufwachsen zu dürfen. Und doch musste ich – wie jeder andere Mensch auch – irgend einmal selber entscheiden, was ich mit dem Angebot von Jesus machen wollte.
Schon zur Schulzeit war es für mich klar, dass ich mich Jesus Christus anvertrauen wollte. Ich bin bis heute sehr dankbar für diesen Entscheid. Ohne dieses Fundament könnte ich meinen Lebensweg nicht gehen. Es ist für mich immer wieder eine Freude, auch auf jeder Ebene der Politik und Verwaltung, Menschen zu treffen, meistens zufällig – oder vielleicht doch nicht, die ihren festen Glauben mit Freude und Hoffnung weitergeben.
Von der Gemeinde-Ebene bis zum Bundesrat tragen diese Haltung viele Mandatsträger auf dem Herzen. Es ist für mich zudem immer wieder eine grosse Ermutigung zu wissen, dass es viele Menschen gibt in unserem Lande, die im Gebet für die Politik einstehen.
Wenn ich über den Bundesplatz mit meinen Akten Richtung Bundeshaus unterwegs bin, um an den Sitzungen teilzunehmen, bete ich öfters so: «Was ist heute meine Aufgabe und was soll ich tun? Ohne Dich kann ich diesen Weg nicht gehen.»
Als Christ stellt man sich ja immer wieder die Frage, wie das Christsein im Leben sichtbar wird. Soll ich mich exponieren und etwas sagen oder doch lieber schweigen?
Wir sollen nicht schweigen, denn die andern schweigen auch nicht. Und: Wir haben etwas zu sagen. Seien wir also mutig, denn viele Menschen warten auf uns.
Es ist ein grosses Vorrecht, den Glauben auch in der Politik weiterzugeben. Dabei dürfen wir selber mit viel Freude, Frieden und Hoffnung erfüllt werden.

Erich von Siebenthal ist SVP-Nationalrat und Biobauer im Berner Oberland. Er lebt zusammen mit seiner Familie in Gstaad und engagiert sich dort in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde.

erich_v7thal@STOP-SPAM.sunrise.ch 

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